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Medien als verlängerter Arm der Politik
Verfasst von Remzi Lani unter Ethik & Qualitätssicherung, Pressefreiheit am 25. Januar 2012
Die Beziehung zwischen Medien und Politik im Balkan ist äußerst komplex und voller Widersprüche.
Die heutige Balkan-Presse ist eher ein verlängerter Arm der Politik als eine Vertretung der öffentlichen Meinung, da ein beträchtlicher Teil der Medien immer noch von mächtigen politischen Gruppen kontrolliert wird. Den Beobachtungen einiger Autoren zufolge (unter anderem Karol Jakubovicz, Mihai Coman, Colin Sparks und Tomasz Goban-Klas) weist die Mediensituation der Balkanstaaten die gleichen Merkmale wie in anderen post-kommunistischen Gesellschaften auf: Die Presse ist zwar pluralistisch und frei geworden, aber immer noch nicht unabhängig.
Die Umstellung vom „Sowjetischen Medienmodell“ zum „Modell der sozialen Verantwortung“ scheint schwieriger zu sein als erwartet. Politiker und politische Parteien versuchen weiterhin permanent die Medien zu beeinflussen, da sie wie zu Zeiten des Kommunismus immer noch der Überzeugung sind, dass derjenige, der die Medien kontrolliert, die Macht innehat. Zum Rest des Beitrags »
In „sportlichem Tempo” zur Paywall
Verfasst von Bettina Büsser unter Medienökonomie, Redaktionsmanagement am 23. Januar 2012
Eine konvergente Redaktion für alle Kanäle, eine Online-Paywall, ein Leiter Geschäftsbereich NZZ – die NZZ-Redaktion muss sich schnell auf viele Veränderungen einstellen. Sie könnte aber mit dem neuen Onlinemodell zu einer Vorreiterin werden.
“Zusammenrottungen”, so hört man aus der NZZ-Redaktion, habe es Ende November gegeben, nachdem die Redaktion die interne Mitteilung des NZZ-Verwaltungsrates zur „Konvergenzstrategie” erhalten hatte: Auf den Gängen standen NZZ-Journalistinnen und -Journalisten zusammen und fragten sich, was damit konkret auf sie zukommen würde.
Fest stand lediglich, dass bei der NZZ laut Verwaltungsratsbeschluss „künftig konsequent auf eine konvergente Inhalteproduktion” gesetzt wird. Das bedeutet unter anderem, dass es nur noch eine Redaktion geben wird, die alle Kanäle – Print, Online und Mobile – versorgt. Sie soll, so Chefredaktor Spillmann gegenüber der Redaktion, künftig „medienkonvergente Informationsdienstleistungen” erbringen. Zum Rest des Beitrags »
Medien im Jagdfieber – teils mit Beißhemmung
Verfasst von Stephan Russ-Mohl unter Ethik & Qualitätssicherung am 20. Januar 2012
Die Skandalisierung von Hildebrand und Wulff im Vergleich
Beginnen wir mit der eigenen Fehlprognose: Noch am Morgen, bevor der Schweizer Nationalbankpräsident Hildebrand das Handtuch warf, hatte ich im kleinen Kreis von Studierenden avisiert, aus „wissenschaftlicher Sicht“ sei der deutsche Bundespräsident Wulff der erste Rücktrittskandidat. Zu dieser Fehleinschätzung hat mich eine gediegene Studie verleitet, in der Hans Mathias Kepplinger Skandale und publizistische Konflikte unterscheidet. Dem Mainzer Medienforscher zufolge ist beiden gemeinsam, dass von den Medien „tatsächliche oder vermeintliche Misstände angeprangert“ werden. Bei Skandalen bestehe jedoch nach kurzer Zeit ein „breiter Konsens in der Einschätzung der Ursachen der Missstände sowie der Verantwortung ihrer Urheber“. Bei publizistischen Konflikten komme es dagegen zu einer öffentlichen Auseinandersetzung darüber, wie die „Ursachen der Missstände und die Verantwortung ihrer Urheber“ einzuschätzen seien.
Vergleichen wir die Causa Hildebrand mit der Causa Wulff, so sind die ursprünglichen Verfehlungen der beiden Präsidenten, die den Anlass zur Skandalisierung lieferten, in etwa „gleichwertig“, auch wenn der geldwerte Vorteil der Devisengeschäfte von Hildebrands Frau größer war und diese auch näher am Kerngeschäft des Nationalbankpräsidenten dran waren als die Kreditaufnahme des deutschen Minister- und späteren Bundespräsidenten bei “friends & family”. Zum Rest des Beitrags »
Der Medientrainer als Marke
Verfasst von Nora Weis unter Journalistenausbildung am 20. Januar 2012
Seit fünf Jahren qualifiziert die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) Medientrainer. Die Medienpädagogin Christa Claßen ist eine der Medientrainer-Ausbilderinnen und spricht mit uns über ihre Erfahrungen und Wünsche in Bezug auf das Medientraining.
Was ist ein Medientrainer?
Der Begriff Medientrainer wird momentan fast inflationär benutzt. Die Landesanstalt für Medien, für die auch ich als Medientrainer-Ausbilderin arbeite, hat die Qualifizierungsmaßnahme für Medientrainer eingeführt, um diesbezüglich eine „Marke“ zu setzen und den Teilnehmern eine grundlegende Kompetenz und Qualifizierung in diesem Bereich zu vermitteln. Ich schule die Teilnehmer zu Medientrainern, so dass sie in Zukunft selber in der Lage sind, ihr Wissen weiter zu geben, also Seminare selber zu planen und zu konzipieren. Zum Rest des Beitrags »
Was dürfen und was müssen Medien zeigen?
Verfasst von Tina Bettels unter Ethik & Qualitätssicherung am 19. Januar 2012
Die Veröffentlichung der Bilder des getöteten libyschen Diktaktors Gaddafi hat europaweit zu einer medienethischen Kontroverse geführt.
Eine Studie analysiert, wie Schweizer Medien im Rahmen der Gaddafi-Berichterstattung mit Bild- und Videomaterial umgegangen sind und inwiefern sie dabei medienethische Grenzen überschritten haben.
Der Screenshot des Handy-Videos eines AFP-Fotografen ging in Sekundenschnelle um die Welt. Zu sehen war darauf die Leiche des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi. Während einige Medien die Publikation des Bildes aus ethischen Gründen ablehnten, rechtfertigten andere die Veröffentlichung mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit der Dokumentation eines „historischen Ereignisses“.
Der Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich hat rund 40 Medientitel aus Print, Online und TV der deutschen, französischen und italienischen Schweiz daraufhin untersucht, mit welchen Darstellungstechniken das jeweilige Medium den Tod Gaddafis visualisiert und inwieweit es dabei gegen ethische Richtlinien verstoßen hat. Zum Rest des Beitrags »
Regionale Medien und das Web 2.0
Verfasst von Susanne Fengler unter Neue Medien & Web 2.0 am 17. Januar 2012
Partizipativer Journalismus: Motor für mehr publizistische Vielfalt – oder Marketing-Instrument der Redaktionen? Studie untersucht die Strategien von Regionalzeitungen im Zeitalter von Web 2.0
Unter dem Einfluss des Social Web experimentieren Redaktionen weltweit mit neuen Formen der Publikumsbeteiligung. Vom BILD-Leserreporter bis hin zum britischen Guardian, der seine Leser und User einlud, gemeinsam mit den Redakteuren online riesige Datensätze nach Hinweisen auf steuersündige Abgeordnete zu durchkämmen, werden derzeit die verschiedensten Modelle erprobt. Doch trägt dieser neue „partizipative Journalismus“ tatsächlich zur publizistischen Vielfalt bei – und welche Bedeutung messen ihm die Verantwortlichen in den Medienhäusern zu?
Antworten auf diese Frage gibt jetzt ein Forschungsprojekt der Dortmunder Journalismuswissenschaftlerin Annika Sehl. Im Rahmen ihrer Studie „Partizipativer Journalismus in Tageszeitungen. Eine empirische Analyse zur publizistischen Vielfalt im Lokalen“ hat sie Chefredakteure und Redaktionsverantwortliche deutscher Tageszeitungen befragt und zudem eine Inhaltsanalyse der Printausgaben der Braunschweiger Zeitung, der Rheinischen Post und der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung vorgenommen. Zum Rest des Beitrags »
Schnell, exklusiv und transparent
Verfasst von Pierre Gehmlich unter Ethik & Qualitätssicherung, Neue Medien & Web 2.0 am 16. Januar 2012
Was zeichnet journalistische Web-Angebote aus Sicht der Nutzer aus? Eine Studie befragte das User-Publikum und überprüfte daraufhin das Onlineangebot dreier großer Regionalzeitungen. Das Ergebnis lässt zu wünschen übrig.
Wie lässt sich mit Journalismus im Internet Geld verdienen? Eine Antwort auf diese Frage ist nicht nur für Zeitungsverlage überlebenswichtig, die in der Printkrise ihre Onlineangebote auf wirtschaftlichen Erfolg trimmen müssen. Alle Anbieter kämpfen seit Jahren mit einem großen Problem. Sie haben ihre Leistungen in der Vergangenheit online schlichtweg verschenkt und ihren Nutzern die inzwischen lautstark beklagte Gratismentalität selbst mit anerzogen. Derzeit bieten fast alle ihre Inhalte kostenlos an, obwohl es für alle besser wäre, Geld zu verlangen.
Einen Ausweg aus dem so genannten Gefangendilemma haben bisher nur einige wenige Anbieter gefunden. Financial Times und Wall Street Journal konnten vor ihren exklusiven Analysen erfolgreich eine Paywall hochziehen, der britische Guardian und die New York Times experimentieren mit gegensätzlichen Konzepten. Zum Rest des Beitrags »






